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Arni

Schlecht bezahlte TV-Mitarbeiter

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Gestern Abend rückte das Medienmagazin ZAPP das Bild des Traumberufs "Medienschaffender" ordentlich zurecht. Vor allem freie Mitarbeiter können oft nicht von ihrem Beruf leben. So erzählt Autor Jürgen Levien zum Beispiel, dass er an Tagen, an denen er keine Aufträge hat, noch einen 400-Euro-Job nebenher ausübt, um sich einigermaßen über Wasser zu halten.

Auch Kameramann Stefan Nowak zieht eine ernüchternde Bilanz. "Überstunden werden in den seltensten Fällen bezahlt. Es wird erwartet, dass man solange dreht, bis der Dreh im Kasten ist."

Die Tagessätze in der Branche sind dabei seit schätzungsweise 20 bis 25 Jahren auf dem gleichen Niveau verblieben, während Inflation und Euroeinführung zu einem Kaufkraftverlust von etwa 40% bis 50% geführt haben.

Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die Qualität des Fernsehens aus und Stefan Nowak nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er davon spricht, das wir "ein grottenschlechtes, primitives Fernsehen haben, an das aber in seiner miserablen Qualität die Zuschauer auch gewöhnt worden sind."

Doch wer ist Schuld an der Misere? Werden für Sportrechte, aufwendige Unterhaltungsshows und Gagen einzelner TV-Moderatoren etwa zu viele Mittel verbrannt, die dann irgendwo am unteren Ende eingespart werden müssen? Auch frage ich mich, ob es vielleicht einfach zu viele Leute in der Branche gibt, die sich um die gleichbleibende oder sogar abnehmende Menge an Aufträgen bemühen und damit einen Abwärtstrend der Honorare begünstigen?
 


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Den Fernsehbeitrag griff heute auch nochmal das Deutschlandradio Kultur auf und sprach mit dem ZAPP-Redaktionsleiter Steffen Eßbach und Hans-Joachim Esser-Mamat vom BVFK.

Hier könnt ihr euch das komplette Interview anhören.


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Das NDR Medienmagazin "ZAPP" plant offenbar einen Nachschlag, nachdem der Beitrag vom 14. September diesen Jahres auf soviel Resonanz stieß. In einem zweiten Fernsehbeitrag, der die Missstände noch konkreter beleuchten möchte, sollen diesmal auch "schwarze Schafe" beim Namen genannt werden. Dafür hat die Redaktion jetzt einen Aufruf gestartet, der betroffene freiberufliche TV-Mitarbeiter bittet konkrete Vorwürfe gegen Sender oder Produktionsfirmen zu stellen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen.

Am 14. September 2011 berichteten wir vom NDR Medienmagazin "ZAPP" über schlechte Arbeitsbedingungen von freiberuflichen TV- Mitarbeitern.

Wir von "ZAPP" hätten in dem Beitrag gerne auch die Sender mit konkreten Fallbeispielen konfrontiert, aber die interviewten Kollegen wollten keine Namen von Produktionsfirmen oder Sender nennen - aus Angst vor negativen Konsequenzen.

"ZAPP" möchte jetzt einen Folgebeitrag zu dem Thema erstellen. Wir suchen nun nach freiberuflichen TV- Mitarbeitern, die konkrete Vorwürfe gegen Sender oder Produktionsfirmen stellen. Nur so kann "ZAPP" an die Verantwortlichen innerhalb der Sender und Produktionsfirmen herantreten und eine Stellungnahme fordern.

Uns ist klar, dass Kolleginnen und Kollegen, die in der Branche arbeiten und das auch weiter möchten, keine Vorwürfe öffentlich machen können. Vielleicht gibt es aber Kolleginnen und Kollegen, die "ausgestiegen" sind aus der Branche, oder "aussteigen" wollen - und so bereit wären, einmal "Ross und Reiter" zu nennen.

Das Interview kann trotz der Fall- spezifischen Nennung von Sendern, Redaktionen und Namen der Beteiligten dennoch 100% anonymisiert aufgenommen und ausgestrahlt werden. Wir garantieren vollen Schutz. Der Name des Kollegen/-in der/die "auspackt" muss im TV Beitrag nicht genannt werden.

"ZAPP" hofft, auf diesem Wege, mutige Kolleginnen oder Kollegen zu finden. Um etwas an den Missständen in unserer Branche zu ändern, wäre dieser Beitrag und die dadurch mögliche, erste öffentliche Konfrontation mit Verantwortlichen eine große Chance, Steine ins Rollen zu bringen...

Vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme mit "ZAPP" über folgende, extra für die Recherche zu diesem Beitrag eingerichtete Email- Adresse:

zapp.recherche@web.de

Kollegiale Grüße

Redaktion "ZAPP", NDR Hamburg“


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