Rentenversicherung unterschlägt Beiträge

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!



  • WDR-Dschungelbuch-Autor Ulli Schauen hat zusammen mit freien Journalisten herausgefunden, das die Rentenversicherung im Zuge einer geänderten Abrechnungsprozedur im Jahre 2011 wohl eine systematische Fehlerquelle in ihr System eingebaut hat, die für sog. "unständig Beschäftigte" zu einer falschen Berechnung der Rente führen kann.

    Unständig Beschäftigte sind nicht selbstständig arbeitende Menschen wie zum Beispiel Redakteure, Moderatoren, Editoren, Kameraleute und Kamera-/ Ton-Assistenten, die überwiegend tageweise für ihren Arbeitgeber tätig werden, und deshalb jeweils für einen ganzen Monat bei der Sozialversicherung angemeldet werden. Aus diesem Grund kommt bei diesen Arbeitnehmern die monatliche Beitragsbemessungsgrenze zur Anwendung. Da die Rentenversicherung aber aufgrund des sich eingeschlichenen Systemfehlers bei den betroffenen Personen die tägliche Beitragsbemessungsgrenze angewandt hat, wurden Beiträge für Honorar über der täglichen Beitragsbemessungsgrenze (2014: 166,67 Euro) zwar eingezahlt aber nicht für die Rente angerechnet.

    Allein beim WDR könnten zwischen 700 und 900 freie Mitarbeiter betroffen sein. Da aber auch andere Anstalten "Freie" beschäftigen, geht man davon aus, dass insgesamt weit über 1000 gesetzlich Versicherte von dem Abrechnungsfehler betroffen sein könnten. Ob auch ihr davon betroffen seid, könnt ihr über einen Abgleich zwischen eurer Jahresmeldebescheinigung (siehe Beispielfoto oben) und eurem Rentenverlauf (bitte bei der DRV für die Jahre 2011 bis 2014 anfordern) nachprüfen. Entscheidend sind dabei Abrechnungszeiträume, die den Personengruppenschlüssel 118 aufweisen und in denen gleichzeitig keine Arbeitslosenversicherung abgeführt wurde.