Beiträge von op/akm

    Moin Frank,


    spannendes Stück Technik, solche TELCO-Mischer sieht man heute nicht mehr oft. Falls Du Zeit und Lust hast, stell doch gern ein paar Bilder von deiner Rarität hier ein.

    Wenn nach langer Standzeit gleich mehrere Kanäle (MIC und Line) tot sind, deutet das erfahrungsgemäß weniger auf die Buchsen oder Potis hin, sondern eher auf gemeinsame Baugruppen der einzelnen Kanalzüge. Der damalige Sturz ist dabei durchaus relevant, auch wenn der Fehler erst jetzt auftritt.

    Ein paar systematische Ansatzpunkte:

    1. Versorgungsspannungen prüfen Bitte zuerst messen, ob alle vorgesehenen Betriebsspannungen stabil anliegen (auch direkt an den einzelnen Kanalplatinen, nicht nur am Netzteil). Nach 10+ Jahren sind gealterte Elkos im Netzteil oder in der lokalen Spannungsentkopplung ein sehr häufiger Fehler – oft ohne sichtbare Auffälligkeiten.
    2. Steckverbinder und Leiterbahnbrüche Falls der Mixer kanalweise gesteckte Baugruppen hat: alle Steckkontakte einmal lösen und neu aufstecken. Nach einem Sturz entstehen gern feine Haarrisse in Leiterbahnen oder Lötaugen, insbesondere nahe der XLR-Buchsen, Potis oder schweren Bauteilen. Mit Lupe und Durchgangsprüfer gezielt die Signalwege verfolgen.
    3. Eingangsstufen vergleichen Wenn ein Kanal noch funktioniert, diesen als Referenz nehmen: – Eingangssignal einspeisen – Signal mit Oszilloskop oder Audio-Tracer Schritt für Schritt verfolgen So lässt sich meist schnell eingrenzen, ob der Fehler vor oder nach dem Mic-Preamp liegt (z. B. Koppelkondensatoren, Transistoren/OPs).
    4. Schaltkontakte in Buchsen und Umschaltern Auch wenn MIC und Line beide tot sind: oxidierte oder mechanisch beschädigte Umschaltkontakte (MIC/Line, Pad, Insert, ggf. Phantom) sind Klassiker nach langer Lagerung. Ein gezielter Kontaktreiniger-Einsatz (sparsam!) kann hier aufschlussreich sein.
    5. Bauteilalterung Elektrolyt-Kondensatoren in den Eingangsstufen verlieren nach Jahren gern Kapazität oder werden hochohmig – besonders kleine Koppelkondensatoren. Ein prophylaktischer Tausch in den betroffenen Kanälen ist oft zielführender als langes Suchen.
    6. Unterlagen / Schaltplan Offizielle TELCO-Dokumentation ist rar, aber manchmal haben Rundfunk- oder Theaterwerkstätten noch Archivunterlagen. Auch ein Foto der Platinen (Vorder- und Rückseite) kann in Foren helfen, wenn jemand das Gerät kennt oder wiedererkennt.

    Falls Du keine Messmittel zur Hand hast oder der Fehler tiefer sitzt, wäre ein auf Rundfunk- oder Studiotechnik spezialisierter Reparaturbetrieb sinnvoll – gerade wegen der historischen und klanglichen Qualität des Mischers.

    Viel Erfolg bei der Wiederbelebung der „Legende“ – und berichte gern, was Du findest.

    Ich teile hier mal einen Beitrag aus dem Intranet des MDR, den ich heute tief betroffen zur Kenntnis nehmen musste. Hoffe das ist okay.


    Nachruf Trauer um Ulrich Kiesel


    Das MDR-Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt trauert um Ulrich Kiesel. Am 23.12.2024 ist der Kameramann im Alter von 65 Jahren verstorben. Bei Dreharbeiten für unser Landesfunkhaus am Rande einer Veranstaltung auf dem Magdeburger Domplatz zum Anschlag auf den Weihnachtsmarkt der Stadt erlitt er einen Herzstillstand und ist trotz Reanimation wenig später in einem Krankenhaus an den Folgen verstorben.


    Ulrich Kiesel hat seit fast drei Jahrzehnten für das Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt als Kameramann gearbeitet. Mit seinen Bildern, seiner Kreativität und Inspiration hat er viele Beiträge für Sendungen wie Sachsen-Anhalt heute und ganz besonders die Sportberichterstattung im MDR geprägt.



    Er hat alle wichtigen Meilensteine im Sportgeschehen des Landes abgebildet. So begleitete er den langen Weg des 1. FC Magdeburg aus dem Amateurfußball bis in die 2. Liga oder beim SC Magdeburg Meistertrainer Bennet Wiegert von seinen Anfängen bis zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft und Champions League.

    Seine Arbeit war von Spontanität und Flexibilität geprägt. Damit wurde insbesondere Live-Berichterstattung - gerade auch für Sport im Osten - mit "Ulli", wie ihn alle im Landesfunkhaus nannten - für den Zuschauer wie ein wirkliches Erlebnis. Spieler und Trainer kannten ihn, viele Sportfans liebten ihn.

    "Was mir immer imponierte", erinnert sich Sabrina Bramowski, "Ulli war immer positiv, hat sich nicht beschwert und alle Herausforderungen angenommen. So war zumindest immer mein Eindruck von ihm. Geht nicht, gibt's nicht! Da wird was fehlen in Zukunft, die Sportberichterstattung in Sachsen-Anhalt verliert einen ganz wichtigen und besonderen Sport-Menschen."


    Und Ulli war immer da: wochentags, am Wochenende, an Feiertagen. Jedes Silvester saß er mit Reporterin Annette Schneider-Solis in den Notaufnahmen der Krankenhäuser unseres Landes, hat damit jedes Jahr aufs Neue den ersten Beitrag für Sachsen-Anhalt heute realisiert. Sein Auftreten gegenüber den Interviewpartnern war stets von Respekt und wahrem Interesse geprägt.

    Ulli bestach mit seiner Herzlichkeit und Wärme. Immer wenn er mit oder von seiner Tochter erzählte, spürte man eine tiefe Verbundenheit.

    Wir haben mit Ulli Kiesel nicht nur einen herausragenden Kameramann verloren, sondern viele Kolleginnen und Kollegen auch einen Freund. Und jeder, der mit Ulli auf längeren Drehs war, die an einer Bäckerei vorbeiführten, wird bei einem Produkt immer an ihn denken: Schweineohren.

    Unser tiefes Mitgefühl gilt in dieser schweren Stunde seiner Familie und seinen Freunden.

    Neues auf der diesjährigen IBC:


    Ich habe ein Victorynox SwissTool. Hier lassen sich die einzelnen Klingen und Werkzeuge ohne entsprechende Fingernägel nicht so einfach herausklappen.

    Einhändig geht das mal schon gar nicht, sodass ich damit wohl aus dem Schneider bin.


    Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass wir Fernsehschaffende im technisch-kreativen Komplex, wie es hier so schön heißt, unter die Ausnahmeregelung fallen, da wir unser Werkzeug in der Ausübung unseres Berufes benötigen und somit ein berechtigtes Interesse vorliegt.


    Zitat

    Zitat Nach § 42a Abs. 3 WaffG liegt ein berechtigtes Interesse insbesondere vor, wenn das Führen des Einhandmessers bzw. Multifunktionsgeräts im Zusammenhang mit der Berufsausübung erfolgt. Im Zusammenhang erfolgt das Führen, wenn der Gegenstand zur Ausübung des Berufes benötigt wird und das Führen zudem einen zeitlich-räumlichen Zusammenhang mit der Tätigkeit aufweist. Erfasst sind daher bspw. auch Hin- und Rückwege oder Fahrten zum Kunden, selbst wenn diese unterbrochen werden (im Übrigen ist hierbei auch das Führen in der Gürteltasche erfasst). Die Beurteilung, wann eine Ausnahme vom Führverbot vorliegt, richtet sich stets nach den Umständen des Einzelfalles.