Beiträge von Arni

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    Verfassungsrechtler Paul Kirchhof hat gestern sein Gutachten über eine mögliche Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen vorgestellt. Seinem Modell zufolge wird die Abgabe künftig pro Haushalt fällig und nicht mehr wie bislang gerätebezogen. Es würden dann insgesamt mehr Menschen zahlen, als bisher, da auch Haushalte ohne Fernseher und Computer zur Abgabe herangezogen würden.

    Für sozial schwache Haushalte empfiehlt Kirchhof einen Wohngeldzuschuss von 18 Euro je Monat, so dass auch diese bislang befreite Klientel wieder an der Finanzierung von ARD und ZDF beteiligt werden könnte.

    Eine Begründung warum sich nach seinem Modell in Zukunft auch Menschen ohne Empfangsgerät an der Rundfunkgebühr beiteiligen sollen, gibt er wie folgt:

    "Eine Finanzierung der allgemein zugänglichen Quelle belastet grundsätzlich jedermann im Einwirkungsbereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, weil er den Vorteil hat, nach individuellem Belieben auf diese Quelle seiner Information, Meinungsbildung, Unterhaltung und kulturellen Anregung zurückzugreifen."

    Damit fällt für ihn die Abgabe nicht erst durch die Nutzung des Angebots an, sondern bereits für die Her- und Bereitstellung desselben. Somit würde auch positiven Nebeneffekten Rechnung getragen, die zum Beispiel entstehen, wenn die Öffentlich-Rechtlichen durch investigativen Journalismus Unrechtmäßigkeiten aufdecken, die dem Verbraucher bzw. Betroffenen zugute kommen, selbst wenn er selbst nicht fern sieht.

    Das Gutachten, welches zur kommenden Ministerpräsidentenkonferenz am 9. Juni auf der Tagesordnung stehen wird, fand bereits gestern eine überwiegende Zustimmung sowohl von der Politik als auch von Seiten der Senderverantwortlichen. Ob sich Kirchhofs Vorlage als solide Handlungsgrundlage für die Ausarbeitung eines beschlussfähigen Papiers erweisen wird, bleibt abzuwarten. Eine Reform des Abgabemodells könnte frühestens mit der nächsten Gebührenperiode ab 2013 umgesetzt werden.

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    Die XXI. Olympischen Winterspiele gehen am kommenden Sonntag im kanadischen Vancouver zu Ende und bei aller Euphorie über den lang herbeigesehnten offiziellen Start des Regelbetriebs des hochauflösenden Fernsehens (HDTV) für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland bleibt doch trotzdem einmal mehr die Frage offen, auf welchen Standard sich ARD und ZDF nun festlegen sollen.

    Bislang sind sich die Verantwortlichen darüber einig gewesen, dass gerade bei Sportübertragungen 50 Vollbilder pro Sekunde geeigneter für die zeitliche Auflösung wären, als die 50 bzw. 59,94 Halbbilder vom Full-HD-Format 1080i. Dieser Argumentation, die übrigens auch von der EBU (European Broadcasting Union) vertreten wird, könnte man sich auch vorbehaltlos anschließen, wenn man es mit einer von der Aufnahme bis zum fertigen Fernsehbild geschlossenen Produktionskette zu tun hätte. Leider sieht es aber nunmal so aus, dass die HDTV-Bilder vor Ort in der Regel im 1080i-Format produziert und zur Verfügung gestellt werden, da die überwiegenden Mehrheit der Sender weltweit in Full-HD senden.

    Für ARD HD und ZDF HD bedeutet dies konkret, dass sie das hochaufgelöste Format (1920x1080 Pixel, 59,94 Halbbilder) in ihren weniger hochaufgelösten Standard (1280x720 Pixel, 50 Vollbilder) konvertieren müssen, wobei es zwangsläufig zu Qualitätsverlusten kommt. Dazu kommt noch, dass das hochauflösende Fernsehgerät mit dem Full-HD-Label im Wohnzimmer von Opa Paluschke das eben runtergerechnete 720p-Bild wieder zurück auf 1080i aufbläst, was wiederum enorme Einbußen für die Bildqualität bedeutet.

    Da kommt es nicht ganz überraschend, dass enttäuschte HDTV-Konsumenten jetzt sogar eine Online-Petition gestartet haben und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten dazu aufrufen sich endlich für den internationalen Standard zu entscheiden. 1080i bei ARD+ZDF jetzt!, so lautet die Forderung der mittlerweile mehr als 4000 Unterzeichner.

    Betrachtet man darüber hinaus weitere bevorstehende Großproduktionen wie die ebenfalls in 1080i produzierte Fußball-Weltmeisterschaft in Afrika sowie auch die Fußball-Bundesliga in Deutschland, so schwinden die guten Argumente für ein Festhalten an 720p ziemlich rasch und sollten genug Anstoß für ein Überdenken der bisherigen Position geben. Auch szenische Produktionen arbeiten nach wie vor überwiegend mit 24 oder 25 Vollbildern. Diese würden sich sehr leicht in die 50 Halbbilder von 1080i umwandeln lassen. Bei der Normenwandlung zum sogenannten Half HD würden hingegen einfach Bilder wiederholt werden, was keine Vorteile bietet.

    Einen Ausweg aus dieser Zwickmühle würde vielleicht das Format 1080p bieten, welches die Vorteile beider System-Kontrahenten vereint. Doch da sieht man beim ZDF momentan keine Chance für eine zeitnahe Umstellung. Zwar seien erste Fernsehkameras verfügbar, die in diesem Format aufnehmen könnten, andererseits fehlten aber für den Sendebetrieb noch wichtige Glieder in der Produktionskette. Wir als Kameraleute sollten aus unserem eigenen Anspruch heraus in jedem Fall für das höchstauflösende Produktionsformat werben. Hoffen wir, dass diesem Wunsch entsprochen wird.

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    Hallo Thomas,

    du könntest es mit einem Windjammer-Überzug für das Ansteckmikro versuchen. Somit kannst du das Mikro direkt auf die Haut der Person aufkleben und es gibt keine Kratzgeräusche mehr. Wir haben das schon mehrfach praktiziert und es gab nie Beschwerden über den Ton.

    Taugliche Mini-Windjammer gibt es zum Beispiel von dieser Firma. Die werden auch in Deutschland vertrieben. Sollte also kein Problem sein die zu beschaffen.

    Optimale Erfolge nach Erfurt! ;)

    Vielen Dank für das positive Feedback.

    Eigentlich hatte ich mir das schon so vorgestellt, dass derartige Kollegen-Interviews in Serie gehen könnten. Nur benötige ich dafür mal wieder so einen Aha-Effekt wie ich ihn bei "Inas Nacht" hatte. Das muss bei mir aus dem Bauch heraus passieren. Mal sehen was das neue Jahr so bringt...