Gestern Abend rückte das Medienmagazin ZAPP das Bild des Traumberufs "Medienschaffender" ordentlich zurecht. Vor allem freie Mitarbeiter können oft nicht von ihrem Beruf leben. So erzählt Autor Jürgen Levien zum Beispiel, dass er an Tagen, an denen er keine Aufträge hat, noch einen 400-Euro-Job nebenher ausübt, um sich einigermaßen über Wasser zu halten.
Auch Kameramann Stefan Nowak zieht eine ernüchternde Bilanz. "Überstunden werden in den seltensten Fällen bezahlt. Es wird erwartet, dass man solange dreht, bis der Dreh im Kasten ist."
Die Tagessätze in der Branche sind dabei seit schätzungsweise 20 bis 25 Jahren auf dem gleichen Niveau verblieben, während Inflation und Euroeinführung zu einem Kaufkraftverlust von etwa 40% bis 50% geführt haben.
Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die Qualität des Fernsehens aus und Stefan Nowak nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er davon spricht, das wir "ein grottenschlechtes, primitives Fernsehen haben, an das aber in seiner miserablen Qualität die Zuschauer auch gewöhnt worden sind."
Doch wer ist Schuld an der Misere? Werden für Sportrechte, aufwendige Unterhaltungsshows und Gagen einzelner TV-Moderatoren etwa zu viele Mittel verbrannt, die dann irgendwo am unteren Ende eingespart werden müssen? Auch frage ich mich, ob es vielleicht einfach zu viele Leute in der Branche gibt, die sich um die gleichbleibende oder sogar abnehmende Menge an Aufträgen bemühen und damit einen Abwärtstrend der Honorare begünstigen?